Gleichstellungsstelle informiert 04/2025
"Dies ist ein System, in dem wir Frauen beibringen, wie sie sich nachts wehren können, statt Jungen im Kindesalter beizubringen, dass sie Frauen nicht schlagen oder vergewaltigen sollen."
Stefanie Knaab, Gewaltfrei in die Zukunft e.V
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mülheimer*innen!
Die legendäre Sängerin und Bürgerrechtlerin Nina Simone 1933 - 2003) singt 1965 in dem Lied Feeling Good: "It's a new dawn, It's a new day, It's a new life, for me, and I'm feeling good!" - ein hoffnungsvolles und kraftvolles Lied, welches stärkt und glücklich macht. Gerade zum Jahresende und Jahresanfang blicken viele Menschen zurück: Wie war das Jahr für mich, meine Lieben oder auch für die Welt? Es gilt herauszufinden, was uns Hoffnung und Stärke gibt und was uns guttut, um fürsorglich mit uns und unseren Lieben und gut mit den Anforderungen unseres Alltags und der bedrohlichen Weltsituation umzugehen. Die Feiertage sind eine gute Zeit um Ruhe und Kraft zu sammeln durch einen emphatischen und respektvollen Austausch mit der Familie, Freund*innen, Kolleg*innen und unseren Mitmenschen.
Das Team des Büros für Chancengleichheit wünscht Ihnen und Ihren Lieben gemütliche und friedvolle Feiertage sowie ein glückliches und gesundes Neue Jahr!
Freundlich grüßen
Antje Buck, Sabine Herrmann, Cäcilia Tiemann, Petra Schlösser von der Gleichstellungsstelle; Belma Idrizi, Désirée Növermann von der Anlaufstelle für Alleinerziehende; Hakan Caliskan von der Antidiskriminierungsstelle - alle sind Mitarbeitende des Büros für Chancengleichheit!
Save the Dates:
FLINTA-Party am 7. Februar im Ringlokschluppen
Die Zentrale Gleichstellung der Hochschule Ruhr West und der Ringlokschuppen Ruhr planen in Kooperation mit dem Büro für Chancengleichheit am Samstag, 7. Februar 2026, von 21 bis 3 Uhr im Ringlokschuppen eine FLINTA*-Party (FLINTA steht für Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, transgeschlechtliche und agender Personen. Das angehängte Sternchen dient dabei als Platzhalter für alle, die sich in keinem der Buchstaben wiederfinden, aber dennoch aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität von Marginalisierung betroffen sind.) Weitere Infos in Kürze unter https://www.ringlokschuppen.ruhr/spielplan

Frauenparty zum Internationalen Frauentag am Freitag, 6. März 2026
Die Gleichstellungsstelle veranstaltet zum Internationalen Frauentag im Ringlokschuppen eine Frauenparty, wie immer ab 17.30 Uhr im Ringlokschuppen Ruhr. Weitere Infos in Kürze hier.

"Frauenpolitisch unterwegs" nach Hattingen
Für das kommende Jahr wird bereits die 16. Frauenpolitische Fahrt geplant: Am 17. September führt die Suche zu den Spuren bedeutender Frauen nach Hattingen. Bei einem geführten Rundgang über das Gelände der ehemaligen Henrichshütte wird die Arbeitswelt aus der Frauenperspektive beleuchtet - mit historischen Fakten, Biografien und Raum für Diskussionen. Danach führt der Weg in die idyllische Altstadt von Hattingen. Infos und Anmeldung unter KEFB Oberhausen

Pocketheftchen mit Mülheimer Hilfeadressen wieder verfügbar
Das mehrsprachige kleine Heftchen mit den Mülheimer Hilfetelefonnummern, unter denen Betroffene im Falle häuslicher Gewalt Hilfe und Unterstützung bekommen können, haben wir neu drucken lassen. Es kann im Büro für Chancengleichheit, Schollenstraße 4, abgeholt (bitte vorher anrufen unter 455-1542), downgeloaded oder bestellt werden unter E-Mail.
Landtag beschließt besseren Schutz vor Partnerschaftsgewalt
Der Landtag hat Änderungen des NRW-Polizeigesetzes beschlossen, mit denen unter anderem der Schutz vor Partnergewalt verbessert werden soll. Mit der Neuregelung ist es nun möglich, die Fußfessel generell bei Kontaktverboten nach Gewalt in der Partnerschaft anzulegen, auch dann, wenn Täter und Opfer nicht in einem Haushalt gelebt haben. Auch in Fällen von Stalking kann eine Fußfessel zum Einsatz kommen. Neu im NRW-Polizeigesetz ist zudem die Überwachung nach dem sogenannten "Spanischen Modell“: Danach können Opfer einen elektronischen Tracker bekommen - sofern sie das wollen. Das Gerät warnt sie und zugleich die Polizei, wenn sich eine bedrohende Person unerlaubt nähert. In Einzelfällen war dies auch bisher schon möglich. Die Aufnahme der Regelung in das Polizeigesetz soll die Maßnahme rechtssicherer und auch für die Polizei bekannter machen. Neu ist auch, dass Täter nach häuslicher Gewalt künftig 14 statt bisher zehn Tage der gemeinsamen Wohnung verwiesen werden und länger in polizeiliches Gewahrsam genommen werden können. Mehr Infos finden Sie hier.

K-O Tropfen: Handel und Vertrieb von drastisch eingeschränkt – Strafverschärfung geplant
Im November 2025 hat der Bundestag ein Gesetz zu K.O.-Tropfen (und Lachgas) verabschiedet. Demnach sind Handel, Herstellung und Vertrieb bestimmter Stoffe, die als K.O.-Tropfen (Gamma-Butyrolacton (GBL) und 1,4-Butandiol (BDO) ) missbraucht werden, verboten. Weitere Infos finden Sie hier. Zudem wurde ein Gesetzentwurf zur strafrechtlichen Bekämpfung der Verabreichung vorgelegt. Das Bundesjustizministerium plant eine Verschärfung des Strafrechts beim Einsatz von K.O.-Tropfen. Demnach sollen Täter*innen, die K.O.-Tropfen bei einer Vergewaltigung oder einem Raub eingesetzt haben, künftig mit einer Mindest-Freiheitsstrafe von fünf Jahren rechnen müssen. Weitere Infos finden Sie hier.
Die Gleichstellungsstelle wird im nächsten Jahr wieder eine präventive Kampagne zu K.O.-Tropfen durchführen. Infos dazu folgen.
Gewalt in der Partnerschaft bleibt Hauptproblem
Kurz vor dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen zeigt der Bericht des Bundeskriminalamts, dass häusliche Gewalt in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht hat. Und die Lage spitzt sich - auch im digitalen Raum - weiterhin zu.
Vor allem in den Bereichen häusliche, sexualisierte und digitale Gewalt stiegen die Fallzahlen weiter an und erreichten somit ein neues Rekordniveau. Die Zahl der polizeilich registrierten Opfer häuslicher Gewalt lag 2024 bei rund 266.000 – fast 10.000 mehr als im Vorjahr. Besonders betroffen sind Frauen: Das BKA erfasste 187.128 weibliche Opfer (+3,5%). Der Großteil der Taten zählt zu Partnerschaftsgewalt – also Taten, die in aktuellen oder früheren Beziehungen geschehen. Rund 136.000 der Opfer waren Frauen oder Mädchen. Das heißt: Pro Stunde werden durchschnittlich 15 Frauen Opfer partnerschaftlicher Gewalt! Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) spricht von „dramatischen Zahlen“, welche die Dunkelziffer der nicht angezeigten Fälle noch gar nicht berücksichtigen. Weitere Infos finden Sie hier.
Begriffserklärung 'Häusliche Gewalt':
Häusliche Gewalt umfasst alle körperlichen, sexuellen und psychischen Übergriffe zwischen Menschen, die in familiären oder partnerschaftlichen Beziehungen stehen – unabhängig davon, ob sie zusammenleben oder nicht. Dazu zählen sowohl Gewalt zwischen Partner*innen als auch innerhalb der Familie.

ARD-Jugendsendung „neuneinhalb“ zum Thema "Periodenarmut – kein Luxusproblem" wurde auch am Gymnasium Heißen gedreht
Wie kürzlich bereits berichtet, drehte eine Produktionsfirma für die ARD-Jugendsendung "neuneinhalb" eine Folge zum Thema "Menstruation" am Gymnasium Heißen und berichtete auch von dem Mülheimer Projekt "Kostenlose Periodenprodukte an allen weiterführenden Schulen". Die Sendung kann nun über YouTube Teure Hygieneprodukte: Die Folgen von Periodenarmut | neuneinhalb | WDR oder über die ARD-Mediathek angeschaut werden.


